Die Diagnose einer CMD
Die klinische CMD- Diagnostik zielt darauf hin, anhand der speziellen Krankengeschichte und einer ausführlichen Untersuchung den funktionellen Zustand und das Zusammenwirken von Zähnen, Muskulatur und Kiefergelenken zuerkennen. Hier werden ohne aufwändige technische Messinstrumente über das Gespräch und verschiedene körperliche Untersuchungen Befunde gesammelt.
Die Diagnostik im Einzelnen
Beginnend mit dem Abtasten der Kaumuskulatur wird weiterhin auf Veränderungen an Zähnen (z. B. Schliffspuren und Abrieb) und der umgebenen Gewebe geachtet. Dem Auftreten von Gelenkgeräuschen (Kiefergelenkknacken, ggf. auch Reiben) wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
Vereinbaren Sie einen Beratungstermin und stellen Sie uns Ihre Fragen.
Tel.: 05108 - 3171
Sie können uns auch eine
oder über das
Ihr Anliegen mitteilen.
Die Aufzeichnung der Weite und der Verlaufsbahn der Mundöffnung geben ebenso wichtige Anhaltspunkte, ob ein CMD vorliegt. Das gleiche gilt für sogenannte Unterkieferdynamik, sprich: Die Bewegung des Unterkiefers zu beiden Seiten. Dabei wird sowohl auf Bewegungseinschränkungen, als auch auf Zahnkontakte geachtet, die das gleichmäßige Zusammenspiel von Ober- und Unterkieferzahnreihen stören. Spezielle muskuläre Funktionstests geben weitere Hinweise auf das Vorliegen einer Cranio-Mandibulären Dysfunktion (CMD).
Aus der Summe der zusammengetragenen Befunde lässt sich die Initialdiagnose der CMD bereits ableiten. Zur Überprüfung und zur weiteren Verfeinerung der Diagnostik besteht die Möglichkeit der instrumentellen CMD-Funktionsdiagnostik. Bei Befunden, die in andere Fachgebiete weisen, wie z. B. die Orthopädie oder die HNO-Heilkunde, ist eine konsiliarische Diagnostik sinnvoll.
1. Schritt
Der Kiefergelenk- und Schädelbezüglichen Zuordnung der Oberkiefer- und Unterkiefermodellen in einen Kausimulator (Artikulator). Dabei wird zunächst über einen speziellen Vermessungsbogen die Lage des Oberkieferzahnbogens zu den Kiefergelenken und Gesichtsstrukturen bestimmt. Zusätzlich erfolgt mit Registrierbehelfen die Ermittlung der individuellen Ruhelage des Unterkiefers zum Oberkiefer. Dies ist gleichbedeutend mit der entspannten und damit optimalen Kiefergelenkposition.



Anschließend wird zunächst das Oberkiefermodell mit Hilfe des Vermessungsbogens in den Artikulator eingesetzt. Danach mit den Registrierbehelfen das Unterkiefermodell zum Oberkiefer zugeordnet. Somit wird die Mundsituation exakt auf die Modellsituation übertragen; hier jetzt in der entspannten Kiefergelenkposition



2. Schritt
Die dynamische Aufzeichnung der Unterkiefer- und damit gleichzeitig der Kiefergelenkbewegungen. Mit einem extra leichten Aufzeichnungsgerät werden die Bewegungen des Unterkiefergelenkköpfchens gegenüber der Gelenkpfanne elektronisch aufgezeichnet. Die Bewegungsbahnen können später dreidimensional beliebig oft reproduziert werden und geben wichtige Aussagen über z. B. den Zeitpunkt und der genauen Position eines Gelenkknackens. Die Auswertung der Messergebnisse ermöglicht eine ganz individuelle Einstellung des Kausimulators.



3. Schritt
Die instrumentelle Okklusionsanalyse gibt Auskunft über die Kontaktbeziehungen zwischen Ober- und Unterkieferzähnen, sowohl in Ruhe, als auch in Bewegung. Mittels eines speziellen Messgeräts wird zusätzlich die Modellsituation ausgewertet und so auf indirektem Weg die Position des Gelenkköpfchens in Ruhe und bei vollständigem Zusammenbiss bestimmt. Die Auswertung gibt z. B. darüber Auskunft, ob das Gelenk komprimiert und so überlastet wird. Bei der späteren Anfertigung einer Aufbissschiene werden die Daten übernommen und so der Grad der Entlastung exakt definiert.
Konsiliarische CMD-Diagnostik
Die Cranio-Mandibuläre Dysfunktion ist ein sehr komplexes Krankheitsbild, sodass oft auch die Bereiche anderer Fachgebiete betroffen sind. Meist gibt schon die klinische Funktionsanalyse Hinweise.
Ärzte für Orthopädie mit entsprechender Qualifikation helfen bei der Beurteilung und Behandlung von Faktoren im Bereich der Haltung und der Funktion des Halteapparates und der Wirbelsäule, die eine Funktionsstörung der Kiefergelenke hervorrufen und unterhalten können.
Zusätzliche Informationen zur CMD erhalten wir aus der bildgebenden Diagnostik. Die gängige Röntgendiagnostik erlaubt nur die Beurteilung knöchernen Strukturen. Die hier besonders interessante Darstellung des aus Knorpel bestehenden Diskus des Kiefergelenks ermöglicht die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT). Diese aufwändige Untersuchungstechnik erfolgt in der Fachpraxis und ist besonderen Indikationen vorbehalten.
Die Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten und Osteopathen ist eine wertvolle Ergänzung der Therapie und gibt zusätzliche Informationen über den Zustand des Bewegungsapparats mit Muskulatur, Bindegewebe und Sehnen bis hin zu vorliegenden Blockaden.
Wegen des umfassenden Beschwerdebildes der CMD ist die Zusammenarbeit mit den übergreifenden Fachbereichen oft der Schlüssel zur Verbesserung des Behandlungsergebnisses.
In unserer Praxis stützen wir uns auf das langjährig bewährte Diagnose- und Behandlungskonzept nach Prof. H. Jakstat und Dr. M. O. Ahlers. Weitere Informationen zum Thema CMD sind unter der Internetadresse www.funktionsdiagnostik.de zu finden.
Hinweis: Informationen zur entsprechenden medizinischen Fachgesellschaft finden Sie auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und Therapie (DGFDT) in der Deutschen Gesellschaft für Zahn- Mund und Kieferheilkunde (DGZMK).



